@ 2016 by Markus Koeck

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Potosi

February 21, 2018

Potosi ist objektiv gesehen eine schmutzige arme mittelgroße Stadt mitten in Bolivien. Was macht sie dennoch so spannend? Potosi war eine Zeit lang mal die reichste Stadt der Welt. Spanische Eroberer hatten den Berg bei Potosi, den sie Cerro Rico (reicher Berg) nannten mit Stollen erschließen lassen um zu begehrten Bodenschätzen zu kommen. Eldorado haben die Spanier ja nie entdeckt, hier in Potosi dreht sich aber alles um Silber. Einer Legende nach haben die Spanier hier so viel Silber aus dem Berg geholt, dass man eine Brücke nach Spanien damit bauen kann und dann immer noch genug Silber übrig ist, das man darüber transportiert – naja, Legende halt ...

Potosi lebt immer noch vom Silberbergbau und dem Abbau von Begleitmineralien, wie vor allem Zink und Blei. Das besondere daran, ist jedoch, dass sich die Arbeitsweise seit der Zeit der Spanier kaum geändert hat. Die zur Zeit aktiven 5000 Kumpel fördern das Erz mit reiner Muskelkraft. Es werden mit Sprengladungen neue Bereiche in den handgegrabenen und unzureichend gesicherten, teils 7km langen Stollen erschlossen. Das Material mit manuell bedienten Gubenwagen mit mehr als einer Tonne Gesamtgewicht an die Oberfläche gebracht und dort händisch mit Steinmörsern zerkleinert. Eine gefährliche und menschenverschlingende Methode um etwas Reichtum zu erhalten. Die anstrengende und gefährliche Arbeit in mehr als 4000m Höhe erfordert Anpassung. Dabei hilft auch das ständige Kauen von Coka-Blättern. Dass viele der Mineros beim ständigen Verzehr von 96%igen, also reinen, Alkohol davon abhängig sind, liegt auf der Hand. Ebenso wie die durchschnittliche Lebenserwartung von gerade mal 45 Jahren. Als Tourist kann man diese Stollen besuchen, natürlich nur mit einem Guide und nur mit Geschenken für die Mineros (Dynamit, Zündschnüre, Coka-Blätter, Alkohol, Zigaretten, etc.). Wir hatten das Glück am Rosenmontag eine Führung zu erhaschen. Der Carneval ist den Mineros nämlich heilig und so wurde nirgends im Berg gearbeitet. Neben dem Cerro Rico kann Potosi noch ca. 3 Blocks mit Kolonialbauten aufweisen. Nicht viel gemessen an anderen Städten Boliviens, aber immerhin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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