@ 2016 by Markus Koeck

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Reisevorbereitungen – Gesundheit

September 4, 2017

 

Guten Morgen mal wieder,

 

unsere Reisevorbereitungen sind weiter voll im Gang. In 88 Tagen werden wir aufbrechen, das Auto wird bereits in 55 Tagen den Hamburger Hafen auf dem Schiffsweg verlassen. Doppelte Schnapszahl.

 

Zurzeit wichtigstes Thema für uns ist die Gesundheitsvorsorge auf der Reise. Hier geht es vor allem um folgende 3 Themen:

  • Impfungen und Prophylaxe

  • Erste-Hilfe und Medikamente für unterwegs

  • Auslandskrankenversicherung

Wir haben versucht uns schlau zu machen, mit Ärzten, Sanitätern und anderen Reisenden gesprochen und sind für uns zu folgenden Erkenntnissen gekommen, bzw. haben folgende Maßnahmen eingeleitet:

 

Impfungen und Prophylaxe:

 

Zu Impfungen ist man ja bei uns in Österreich, sowie auch in anderen „zivilisierten“ Ländern mittlerweile nicht mehr einhelliger Meinung. Es gibt durchaus Leute, die den Ansatz vertreten weniger ist mehr um ggf. mögliche Impfschäden von einzelnen abzuwenden. Zu diesem kontrovers geführten Thema möchte ich mich hier nicht äußern.

 

Wenn es nämlich darum geht in fremde Länder mit erheblich höherem Ansteckungsrisiko zu fahren, bin ich als gesunder erwachsener Mensch mir dieser potenziellen Gefahren bewusst und lass mich impfen. Auch wenn diese Impfungen nicht immer ganz billig sind, ist es mir meine Gesundheit wert. Ich nehme ja auch genügend Ersatzteile und Bergematerial fürs Auto mit …

 

Eine gute Adresse um sich einen Überblick über potentielle Krankheiten in den zu bereisenden Ländern zu verschaffen ist das Centrum für Reisemedizin crm.de bzw.  www.facebook.com/crm.reisemedizin.

Bei der Prophylaxe geht es um Vorsorge vor Insektenstichen und um die Aufbereitung von Wasser bzw. Behandlung von Nahrung.

 

Es ist immer besser nicht gestochen oder gebissen zu werden, als diese Wunden dann versorgen zu müssen. Nichts desto trotz ist auch eine Behandlung von Insektenstichen notwendig. Diese sollte sofort erfolgen und man sollte ihr mehr Aufmerksamkeit widmen, als man es üblicherweise in unseren Breiten macht. Die höheren Temperaturen, höhere Luftfeuchtigkeit, höhere Exposition zu Verschmutzungen etc. sorgen dafür, dass Stiche unter Umständen viel größere Wirkung haben, als eine gleichwertige Stichverletzung in Mitteleuropa.

 

Bei der Prophylaxe gegen Stichverletzungen wird man um Insektenschutzsprays für den Körper nicht herumkommen. Auch hier gibt es „chemische Keulen“ mit mehr oder Weniger Anteil des Mittels DEET, oder aber auch sanftere Mittel. Die Wirkung kann man eigentlich nur vor Ort testen. Wir werden 2 verschiedene Mittel mitnehmen. Außerdem gibt es die Möglichkeit die Kleidung mit Insektensprays zu imprägnieren, oder bereits vorimprägnierte, durchstichfeste Kleidung zu verwenden. Weiters ist die Verwendung von feinmaschigen Moskitonetzen über dem Bett unbedingt zu empfehlen.

 

Wenn es um Mückenprophylaxe geht werden wir auch immer wieder auf Malaria-Vorsorge angesprochen. Dies sollte, genau wie die Impfungen mit dem Hausarzt - oder besser noch mit einem Tropenmediziner - abgesprochen werden.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Aufbereitung von Trinkwasser. Wasser kann mit verschiedensten Schadstoffen belastet sein, organisch oder anorganisch. Diese können gelöst vorkommen oder aber als Feststoffe im Wasser vorhanden sein.

 

Der erste Schritt sollte immer sein klares Wasser zu bekommen. Also wenn möglich keine Sedimente oder andere Verschmutzungen zu haben. Das kann grob gefiltert werden (Stoffe oder auch Kaffee-Filter etc.), da die nachträglichen Methoden alle am besten wirken, wenn keine Partikel mehr im Wasser sind.

 

Grundlegend kann man sagen, dass gelöste Stoffe nur sehr schwer zu entfernen sind. Das sind dann vor allem gelöste anorganische Verbindungen mit z.B. Schwermetallen o.ä. gelöste organische Verbindungen sind ebenfalls nur schwer zu entfernen. Gelöste v.a. anorganische Stoffe können jedoch teilweise mit Aktivkohlefiltern gefiltert werden und neutralisieren dann den Geschmack.

 

Viele Krankheitserreger sind aber nicht gelöst. Z.B. Bakterien, Viren und Protozoen. Diese können entweder mechanisch aus dem Wasser entfernt werden (Filtern) oder chemisch/physikalisch abgetötet werden bzw. kann chemisch die Reproduktionsfähigkeit der Keime unterbunden werden. Eine Möglichkeit ist die Aufbereitung mit Chemikalien, oder physikalisch mittels UV-Licht. Diese beiden Verfahren können auch zusätzlich zu einer mechanischen Behandlung verwendet werden, da bei mechanischen Verfahren die Maschenweite des Filters entscheidend ist. Können die meisten Filter Bakterien und Protozoen filtern, sind sie bei Viren wirkungslos. Feinmaschigere Filter, die auch Viren Filtern können wären jedoch im Durchsatz und der Lebensdauer so drastisch minimiert, dass die meisten am Markt befindlichen Filter Viren nicht filtern können.

 

Unsere Wasseraufbereitung im Fahrzeug und beim Trekking schaut folgendermaßen aus:

 

Im Fahrzeug wird ausschließlich als Trinkwasser eingestuftes Wasser getankt. Im Wassertank ist ein mit Silber Ionen behandelter Schwamm eingebracht. Dies ist eine chemische Wasseraufbereitung mit dem Vorteil langfristig gegen Wiederverkeimung geschützt zu sein. Weiters wird das Wasser beim Entnehmen (dieses Wasser wird hauptsächlich zum Duschen und zum Kochen verwendet) durch einen mechanischen Filter (Kohle + Keramik) gefiltert.

 

Wasser zum Trinken kommt ausschließlich in den dafür vorgesehenen 20L Kanister und auch erst dann wenn es bereits vorgefiltert wurde. Wenn also Wasser z.B. mit einem Wassersack gefüllt werden muss, wird dieser in den Tank geleert, von dort mit chemischer und mechanischer Aufbereitung in den Kanister gefüllt. So können wir sicherstellen, dass wir das Möglichste getan haben um die Keime aus dem Wasser zu bekommen und eine Wiederverkeimung zu verhindern. Einen Kanister brauchen wir in der Regel so in 3-4 Tagen auf. Dieser wird dann vollständig entleert und neu gefüllt.

 

Fürs Trekking/Kanu-fahren etc. haben wir uns einen mechanischen Filter zugelegt, der mittels Glasfaser und Aktivkohlefilter das Wasser mechanisch reinigt. Sollte die Gefahr bestehen, dass das Wasser mit Viren kontaminiert ist, oder wir das Wasser längere Zeit aufbewahren müssen, können wir es noch zusätzlich chemisch behandeln oder mittel UV-Licht (das gilt es noch zu entscheiden).

 

Erste Hilfe und Medikamente für unterwegs

 

Hierzu haben wir einen Erste-Hilfe-Kurs für Reisende/Offroader am Globetrotter Rodeo am Erzberg Steiermark/Österreich besucht. Danke Michel nochmal für diesen superspannenden und informativen Vortrag. Dieser Erste-Hilfe-Kurs ging vor allem auf das Thema ein, wie kann ich mit den vorhandenen Mitteln in abgeschiedener Gegend Erste Hilfe leisten.

 

Ich empfehle allen diesen odereinen gleichwertigen Kurs zu besuchen. Er geht weit über das hinaus, was bei „normalen“ Erste-Hilfe-Kursen gezeigt wird, ist praxisnah und logisch.

 

Uns wurde dabei auch die notwendige Reiseapotheke erklärt. Grundsätzlich sollte diese auch mit dem Hausarzt abgesprochen sein, aber grundlegend ist es wichtig Schmerzmittel (leicht und stark), und Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden mitzuführen. Daneben natürlich die Medikamente, die man sowieso sonst auch zu Hause benötigt.

 

Der Erste Hilfe Koffer sollte natürlich umfangreicher gepackt sein, als für einen kleinen Ausflug. Wir haben uns dafür den Inhalt eines für Betriebe notwendigen Erste-Hilfe-Koffers nach DIN 13157 besorgt. Dieser wurde um zusätzliche wasserfeste Pflaster, Steri-Stripes, Faschen etc. ergänzt. Weiters sollte eine gute und spitze Pinzette, ein Fieberthermometer und Mittel zur Behandlung von Brand und Stichverletzungen nicht fehlen. Für stumpfe Verletzungen haben sich bei uns die Pferde-Salben bewährt. Steriles Material, Spritzen, Nadeln, Nähnadel, Skalpell etc. werden wir ebenfalls auf diese Reise mitnehmen, um sicher zu sein. Wir kommen ja oft in sehr entlegene Gebiete und einen Arzt findet man relativ schnell, dessen Möglichkeiten und Ausstattung muss aber nicht unbedingt denen bei uns entsprechen. Der Koffer sollte immer griffbereit und auffällig sein. Rot hat sich hierfür bewährt.

 

Das wichtigste ist jedoch:

 

Ruhe bewahren, sichern, erstversorgen, bergen und ab zu den Spezialisten. Und nicht den Helden spielen. Es hilft niemanden wenn man sich bei der Rettung/Bergung selbst in Gefahr bringt. Es ist dann nur einer mehr, dem man helfen muss.

 

Auslandskrankenversicherung:

 

Zu dem Thema hat Bernd von den Bodensse-Overlandern einen spannen Beitrag geschrieben. Ich darf hier mal drauf verlinken, gell Bernd.

 

Ich hoffe das war für euch etwas informativ, es kann natürlich nur unsere Sicht auf dieses Thema sein, vor allem, da wir keine medizinische Ausbildung haben.

 

Aber wie so oft im Leben: Ein bisschen Hausverstand, Erfahrung und der Wille gut gemeinte Ratschläge anzunehmen bring einen zumeist ziemlich weit.

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