@ 2016 by Markus Koeck

 

Friaul 2014

 

Wir wollten Pfingsten 2014 mit Ines und Hari aus Rohrbach in den karnischen Alpen nördlich und vor allem südlich der österreichisch-italienischen Grenze verbringen. Daher freuten wir uns, als am Freitag die beiden bei uns klingelten und wir uns gemeinsam auf den Weg nach Süden machten. Hari musste am Vorabend noch ins Krankenhaus, wurde jedoch am Vormittag wieder entlassen – Fehlalarm Gott sei Dank.

Die Anfahrt auf der A10 wie immer unspektakulär.  An der ersten Tankstelle im Drautal trafen wir dann auch noch eine ganze Horde an Motorradfahrern, alle aus Rohrbach und Bekannte von Ines. Gemeinsam quälten wir uns hinter einem deutschen Reisebus hoch zum Weißensee wo wir  am Westufer an einem wirklich schönen Campingplatz die erste Nacht verbrachten. Pizzaessen inklusive. Am Samstag machten wir uns dann auf den Weg Richtung Stranig im Gailtal, von wo aus es über einen Sattel nach Italien geht. Zumindest behauptet das ein gewisser Herr Denzel. Dass da oben noch 2m Restschnee lagen, konnte der gute Mann nicht wissen. Sein Alpenstraßenführer ist mit das beste was es an Literatur zu solchen Wegen im Alpenraum gibt. Wir mussten also, nachdem wir das erste Schneefeld noch gespurt hatten umkehren und fuhren über das Nassfeld und Pontebba weiter nach Paularo.

 

Am südlichen Ende der Stranig-Route trafen wir dann 2 KTM-Fahrer, die uns gleich in bestem Salzburger Dialekt begrüßten. Wie wir im Gespräch erfuhren, waren beide Mitglieder der „Maunzteufel“, einem Motorradklub aus unserer Gegend, wo ein guter Freund seit langen Jahren Mitglied ist. Also irgendwie sind mir die beiden ja schon bekannt vorgekommen ...

 

Der gleichnamige Monte Paularo ist ebenfalls in dem Führer verzeichnet und viel versprechend mit ausgesetzten Stellen und einem schönen Bergsee. Diesen Bereich konnten wir uns heuer sparen, da ein Lawinenkegel ein weiterkommen unmöglich machte. Also wieder zurück. Da es jedoch schon spät war, suchten wir uns ein schönes Fleckchen für die Nacht. Wir fanden einen super Platz, grillten und genossen den herrlichen Ausblick in die Friauler Bergwelt.

 

Am nächsten Morgen beratschlagten wir und überlegten den westlichsten Punkt der ausgesuchten Routen direkt anzufahren um dann von West nach Ost die Gegend zu durchfahren.  Die westlichste Route die wir uns ausgesucht hatten ist die bekannte Forcella Lavadet. Am Eingang sahen wir bereits ein Fahrverbot-Schild. Da uns das nicht hinderte fuhren wir auf einer ziemlich breiten Schotter/Asphalt-Piste bergan. Es waren etliche kleine Muren abgegangen, die uns jedoch nicht hinderten. Wozu haben wir Allradler. Im Bereich der Kehren kamen uns einheimische Mountainbiker entgegen und erzählten aufgeregt von einem „big stone“ blocking und „neve“. Das wollen wir jetzt aber selbst sehen. Nach ca. 2km kamen wir an dem „big stone“ an und wussten, was die beiden meinten. Wir beschlossen uns nicht vorbei zu quälen, da uns weiter hinten dann wieder ein Schneefeld erwartete. So kehrten wir wieder mal um.

 

Immer noch voller Datendrang wollten wir auf die Malga Losa. Eine Alm hoch über dem schönen Sauris-Stausee. Die Auffahrt über Ladins war wunderbar und im Gegensatz zu der Angabe auf der Karte asphaltiert. Einige Wasserablaufrinnen, z.T. ziemlich tief, und eine Furt machten das ganze aber auch für unsere Gefährte ein bisschen interessant. Als wir schon ziemlich weit oben waren, die Alm vermuteten wir hinter der nächsten großen Kurve versperrten uns 3 Bäume in ansteigender Dimension den Weg. Die ersten beiden hätten wir noch wegwinchen können. Da der Dritte aber über 2m im Durchmesser war, beschlossen wir es sein zu lassen und versuchten eine Alternative über die angrenzenden Almen. Dieses Unterfangen wurde dann jedoch wieder von , na?, richtig!, Schneefeldern unterbunden. Keine 200m unter dem Grat mussten wir umkehren. Etwas frustriert beschlossen wir mal den See entlang zu fahren und uns ein Plätzchen für die Nacht zu suchen. Wir fanden das wohl beste Plätzchen in der Gegend. Da auch die Parksheriffs der Naturwacht nichts dagegen hatten, dass wir uns ein schönes Lagerfeuer machten und in den Fahrzeugen übernachten wollten, blieben wir. Gigantisch !

 

Bei der Anfahrt auf die Malga Claupa glaubten wir uns bereits am Ziel als uns ein Altschnee Riedel den Weg versperrte. Zur Unterstützung hatte dieser einen Baum über den Weg gelegt. Nicht mit uns. Diesmal nicht! Wir winchten den Baum weg und machten und mit Schaufel und Axt daran den Schnee zu locken und wegzubringen. Meine liebe Frau zeigte dabei vollen Einsatz. Als sie mit der Axt abrutschte landete diese in ihrem Schienbein, Cut inklusive. Vor Ort verarztet und getröstet versuchten wir es weiter, bis wir ca. 400m vor der Alm von einem Lawinenkegel endgültig aufgehalten wurden.

Also wieder einmal zurück ins Tal. In der Nähe von Tolmezzo haben wir das Wochenende noch bei einem Kaffee ausklingen lassen, bevor es wieder über die Autobahn nach Norden ging.

 

Trotzdem wir keinen einzigen der Hochpunkte oder Übergänge erreicht haben, war es für uns ein wunderschönes Wochenende. Friaul sieht uns sicher wieder. Diese Niederlagen lassen wir uns nicht gefallen.